Besonderes Engagement für Griechisch

Besonderes Engagement für Griechisch – unsere Veranstaltung im August

Am Donnerstag, dem 30.08.2018, trafen sich in Schnepfenthal Lehrbeauftragte der Friedrich – Schiller – Universität Jena sowie etliche enthusiastische Lehrerinnen und Lehrer, die mit einer Griechisch – Facultas ausgerüstet sind, noch oder wieder Altgriechisch unterrichten oder eben auch die, die vielleicht Altgriechisch unterrichten würden und entweder Schülerinnen dafür benötigen oder eine den alten Sprachen überaus gewogene Schulleiterin oder den letzten Kick, um ihr Altgriechisch – Wissen interessierten jungen Leuten zur Verfügung zu stellen.

Im Einladungsschreiben des Thüringer Altphilologenverbandes an diese Kolleginnen und Kollegen stand:

Wir haben eine Vision:

Griechisch rückt neu aufgemöbelt in das Blickfeld von Lernenden und Lehrenden. Als ein echtes Bildungsfach, das antike Kultur, Geschichte und Literatur ehrt und auf langsamen und gründlichen Wegen zum Ziel kommt und somit eine Art Kontrastmittel zur heutigen Gesellschaft bildet, erhält es auf Dauer einen festen Platz im Fächerkanon …

Zu Beginn der Veranstaltung, die Herr Uwe Adam, Latein – und Griechischlehrer am Salzmanngymnasium in Schnepfenthal, optimistisch und kundig leitete, erhielten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis 11, die bei Herrn Adam in verschiedenen jahrgangsgemäßen Arbeitsgemeinschaften die alte Sprache lernen, das Wort:

Die Großen:

Ich bin der Sprachen wegen an dieser Schule. Außerdem habe ich Interesse an der Antike.“

Latein hat mir schon Spaß gemacht. Nun wünsche ich mir das Graecum. Ich mach Griechisch auch gerne.“

Ich dachte mir: Jupiter – das ist jetzt nicht das, was du kennst. Zeus ist es! Und nun gibt es hier die Möglichkeit, an die Wurzeln zu kommen.“

Ich habe Spaß an der Sprache. Sie hilft in vielen anderen Fächern. Ich würde sagen, sie ist eine Grundlage.

Die Kleinen:

Es macht sehr viel Spaß!“

Ich interessiere mich sehr für griechische Mythologie. In Latein haben wir die römischen Mythen, nun lerne ich die griechischen kennen.“

Mir gefallen die Schriftzeichen; ich will diese Schrift in alten Texten lesen können.“

In Thüringen wird Griechisch an zwei Gymnasien als 3. bzw. neu einsetzende Fremdsprache unterrichtet. Engagierte Kollegen und Kolleginnen leiten an zwei anderen Gymnasien bereits Arbeitsgemeinschaften im Fach Griechisch. Dadurch haben wir in Thüringen eine relativ stabile, wenn auch im Vergleich zu Latein sehr geringe Zahl an Schülerinnen und Schülern in diesem Fach.

Das Interesse eines Kollegen, als Fachberater tätig zu werden, liegt vor; es muss uns nun gelingen, ihn als Fachberater für Griechisch zu installieren.

An der FSU Jena studieren Griechisch 12 bis 15 Studenten Griechisch auf Lehramt oder im Bachelorstudiengang. Mit der Sprache der alten Griechen kommen weitere Studienrichtungen in Kontakt: Archäologen, Mittellateiner, Historiker, Theologen, Philosophen. Die Lehrenden an der Uni verspüren eine große Bereitschaft, an die Schulen zu gehen, sei es, um den Schülerinnen und Schülern die bedeutende Literatur der Griechen vorzustellen und damit vielleicht Interesse an diesem Fach zu wecken, oder sei es, um eine AG anzubieten.

Wie kann es an den Gymnasien weitergehen? Ich antworte mit Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es.“

Liebe Kolleginnen und Kollegen, werden Sie selbst aktiv. Schreiben Sie griechische Buchstaben an die Tafel, bieten Sie in Projekten kleine Griechischkurse an. Lernen Sie das Lehrwerk MƳΘOΛΟΓΙΑ kennen, das in Zusammenarbeit von Elterninitiativen und den Altphilologen in Niedersachsen für den frühen Lernbeginn konzipiert wurde und mittlerweile auch erprobt ist. Bieten Sie kleine Kostproben dieses Buches im Unterricht an. Wecken Sie zuallererst das Interesse Ihrer Schülerinnen und Schüler. Nehmen Sie auf Elterntreffen die Eltern mit ins Boot.

Der Thüringer Altphilologenverband wird sich um einen Informationsflyer kümmern, der Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen darin unterstützen kann, die Vorzüge dieser alten Sprache aufs Neue publik zu machen:

Ist Griechisch Luxus?

Ja, denn es geht um besondere Fähigkeiten, um Begabtenförderung.

Ist Griechisch Luxus?

Nein, es geht um Wertevermittlung, um unsere Wurzeln, um europäische Kultur.

Ja, doch, das ist Luxus. Man sollte ihn sich leisten.

Es war ein lehrreicher und geselliger Nachmittag in Schnepfenthal, der ein wenig Hoffnung für das Griechische geweckt hat und die leise Ahnung, dass es an uns selbst liegt, etwas zu tun.

Gerlinde Gillmeister

für den Vorstand des Thüringer Altphilologenverbandes